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Südwest Presse: Kommentar zum Maschinenbau

    Ulm (ots) - Da kommt Freude auf: Der Maschinenbau legt bereits im dritten Jahr in Folge zu. Unterm Strich kann sich die Paradebranche der heimischen Industrie dann seit 2004 eines Umsatz-Sprungs von zwölf Prozent erfreuen. Im Export geht es sogar noch dynamischer voran. 2005 konnte die Branche die Schwelle von einhundert Milliarden knacken. Von Wettbewerbsschwäche, die der bundesdeutschen Wirtschaft von mehr als genug Politikern und Wirtschaftsfunktionären wortreich angedichtet wird, ist in Wirklichkeit nicht ansatzweise etwas zu erkennen. Wenn das nicht positiv registriert werden sollte, was dann? Allerdings: Dies ist nur die glänzende Vorderseite der Medaille. Deren Rückseite ist noch nicht einmal matt, sondern ausgesprochen trüb: Trotz eines Aufschwungs, der nicht nur außergewöhnlich lange anhält, sondern auch ungewöhnlich kräftig ist, gibt es zumindest vorderhand keine Spur von einem Beschäftigungsaufbau. Das ist der volkswirtschaftliche Preis, der für die von den Maschinenbauern längst zur Perfektion entwickelten flexiblen Arbeitszeiten zu zahlen ist. Für den Arbeitsmarkt heißt das nichts Gutes. Wenn selbst im Boom keine neuen Stellen mehr entstehen, wann denn dann? Weil aber spätestens der nächste Abschwung wieder Personalabbau bringen wird, verflüchtigen sich die Aussichten auf eine Besserung der dramatischen Beschäftigungskrise immer mehr.

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