Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zu AEG

    Ulm (ots) - Die IG Metall hat im Streit mit Electrolux einen kleinen Erfolg errungen, an dem sie aber keine große Freude haben wird. Denn Europa-Produktionschef Horst Winkler, der neue Verhandlungsführer mit Entscheidungskompetenz, den Gewerkschaftschef Werner Neugebauer forderte und jetzt bekommt, wird bestimmt keinen noch so kleinen Schwenk in der Konzernpolitik einleiten. Die Schweden werden ihr deutsches Werk in Nürnberg, in dem Waschmaschinen und Geschirrspüler nicht mehr konkurrenzfähig hergestellt werden, schließen und die Produktion nach Polen verlagern. Daran wird auch keiner der 1700 betroffenen Mitarbeiter noch zweifeln. Die Strategie der Gewerkschaft, die für Ende 2007 angekündigte Schließung durch einen teuren Sozialplan zu teuer zu machen und so den Standort zu retten, konnte nicht aufgehen. Verständlicher war da noch das andere, das einzige Druckmittel: Mittels Streik den Nachschub auf dem Markt zu lähmen und die Marke bei den Konsumenten in Misskredit zu bringen. Aber die Total-Konfrontation wird die AEG-Werkstore im Zweifel nur noch früher für immer dicht machen. Die IG Metall will möglichst viel Geld für die Mitarbeiter herausholen. Das ist ihr gutes Recht. Nur darum geht es jetzt noch in den Verhandlungen mit dem Management. Auf dieser Basis sollte sich ein Kompromiss finden lassen. Je früher, desto besser - auch und gerade für die Belegschaft.

Rückfragen bitte an:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: