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Südwest Presse: Kommentar zu VW

    Ulm (ots) - Was macht einen VW zum VW? Der Name, das Aussehen, die Zuverlässigkeit? Oder der Motorblock? Letzteren gießen die Wolfsburger auch noch selbst. Sie produzieren Achsen, fertigen Getriebe und Abgasanlagen. Damit erreicht Volkswagen die größte Fertigungstiefe aller deutschen Autohersteller - bei gleichzeitig den höchsten Löhnen. Das ging lange Zeit gut, bis zur Absatz-Depression. Verfehlte Modellpolitik, Rabattschlachten, Pannen und Überkapazitäten kamen hinzu. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hat der Konzern bei jedem verkauften VW Geld draufgelegt. Nun wird die teure Produktion aufgemöbelt: Bis zu 20 000 Mitarbeiter könnten betroffen sein. Vorbild ist wohl Porsche. Die Stuttgarter Sportwagen-Bauer fertigen nur jede fünfte Komponente selbst. Porsche ist VW-Großaktionär und Chef Wendelin Wiedeking hat im VW-Aufsichtsrat Platz genommen. Das Vorhaben trägt aber auch die Handschrift des VW-Markenchefs Wolfgang Bernhard, der als Kostenkiller angetreten ist und wieder preiswerte Autos sehen will, die die breite Bevölkerungsschicht kaufen kann. Bernhard nannte im Januar auch den Verkauf von Bereichen als Lösung. Der teure Haustarifvertrag wird wohl bald in Frage gestellt werden. VW hat zu lange geschlafen. Das Herumreißen des Steuers wird für viele Mitarbeiter ein Crash ohne Airbag werden.

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