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Südwest Presse: Kommentar zur WM
Sicherheit

    Ulm (ots) - 120 Tage vor der Fußball-WM herrscht in Deutschland bereits Nervenflattern. Zumindest deuten die Einlassungen derer, die für die Sicherheit zuständig sind, darauf hin. Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) sowie die Polizeigewerkschaft fordern angesichts der wütenden Proteste gegen die Mohammed-Karikaturen, das WM-Sicherheitskonzept zu überarbeiten. Abgesehen davon, dass es doch hoffentlich selbstverständlich ist, das bestehende Konzept stetig der Gefahrenlage anzupassen, stellt sich in dem konkreten Fall die Frage, wie Beckstein & Co. sich die angekündigte Verschärfung vorstellen. Bei der Visavergabe bemüht sich Deutschland ohnehin, Extremisten herauszufischen. Zudem wird während der WM an den Grenzen kontrolliert. Folgt man nun der Logik Becksteins, müssten alle muslimischen Fans vor der Einreise durchleuchtet werden. Damit käme auf die Behörden in Deutschland eine Lawine an Überprüfungen zu. Denn Muslime reisen nicht nur aus dem Iran an, sondern auch aus Kroatien, Serbien, Tunesien oder Saudi-Arabien. Unklar bleibt auch, wie der neue Filter funktionieren soll. Die Behörden der genannten Ländern werden kaum all jene auflisten, die zurzeit gegen die Mohammed-Karikaturen demonstrieren. Und einen Gesinnungstest für ausländische Fußball-Fans wird hoffentlich nicht einmal Beckstein in Erwägung ziehen. Damit würde sich Deutschland als Gastgeber ins Abseits manövrieren.

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