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Südwest Presse: Kommentar zu Export

    Ulm (ots) - Titelverteidigung in Serie: Die deutsche Wirtschaft hat sich bereits zum dritten Mal in Folge als die weltweit wettbewerbsstärkste präsentiert und erneut den Titel des Exportweltmeisters geholt. Weiter so, möchte man da am liebsten sagen zu dieser fabelhaften Leistung der heimischen Unternehmen und ihrer Mitarbeiter. Nur ist dieser Erfolg teuer erkauft. Zu besichtigen ist der - zu hohe - Preis in der anhaltenden Talfahrt der industriellen Arbeitsplätze. Der Umstieg auf kostengünstigere Zulieferer insbesondere aus Osteuropa war vor zehn Jahren für viele Unternehmen fraglos überlebenswichtig. Und auch heute noch führt für mehr als genug Firmen daran kein Weg vorbei. Nur, die Export-Explosion der letzten Jahre liefert den Beweis dafür, dass zu viele Unternehmen über das Ziel hinausschießen und mehr Nachfrage und damit auch Beschäftigung ins Ausland verlagern, als eigentlich aus Wettbewerbsgründen nötig wäre. Zudem: Hinter diesem ungewöhnlichen Exporterfolg verbirgt sich ein völlig neues Risiko. Weil es in Euro-Land keine D-Mark-Aufwertung mehr gibt, die früher mit steigenden deutschen Exporterfolgen verbunden war, bleibt nur eine realwirtschaftliche Anpassung in Europa an die deutsche Dominanz. Und die läuft über Lohnsenkungen oder Beschäftigungsabbau bei unseren EU-Partnern. Doch auch dies wird unsere Exportchancen beschneiden.

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