Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zu Atomwaffen
CDU-Politiker Scholz

    Ulm (ots) - Muss man offenkundigen Unsinn ernst nehmen, weil der Urheber nicht nur ein renommierter Verfassungsjurist und Hochschullehrer, sondern auch ehemaliger Verteidigungsminister ist? Man muss. Schon um den Schaden zu begrenzen, den der Vorstoß des CDU-Politikers Rupert Scholz zur atomaren Bewaffnung der Bundeswehr anrichten kann. Deutschland hat sich durch die Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages aus guten Gründen verpflichtet, auf eigene Kernwaffen zu verzichten und das Prinzip der Nichtverbreitung zu verteidigen. Wer jetzt laut über den Zugriff auf nukleare Sprengköpfe nachdenkt, nährt Zweifel an der völkerrechtlichen Vertragstreue der Bundesrepublik und erweist jeder Abrüstungspolitik einen Bärendienst. In Zeiten des Kalten Krieges war die Bundesrepublik ohne Atomwaffen nicht stärker gefährdet als die europäischen Atommächte Frankreich und Großbritannien. Und im Kampf gegen den internationalen Terrorismus kommen Atombomben schon gar nicht in Frage. Weder lassen sich die bekannten "Schurkenstaaten" davon abschrecken, noch wäre ihr Einsatz gegen weltweite Terrornetzwerke eine Option. Die von Scholz erwünschte Debatte sollte also beendet werden, bevor sie Kreise zieht. Die Idee des Professors ist irrational und gefährlich. Das globale Zerstörungsarsenal ist nicht zu klein, sondern zu groß, Herr Professor!

Rückfragen bitte an:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: