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Südwest Presse: Kommentar zur IG Metall
Tarifrunde

    Ulm (ots) - Natürlich wird der neue Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie nicht die fünf Prozent mehr Lohn bringen, welche die Gewerkschaft jetzt als Forderung herausgebracht hat. Dafür wird auch nicht das leichtfertige Wort ausreichen, mit dem der neue Wirtschaftsminister Michael Glos unlängst auf sich aufmerksam machte, wonach die Tarifparteien jetzt an die Binnennachfrage denken mögen. Die IG Metall wird den CSU-Minister zwar notfalls als Kronzeugen für ihre überzogene Forderung aufbieten - und davon ablenken, dass die Binnennachfrage mit dem Erhalt oder Ausbau der Arbeitsplätze in Deutschland zusammenhängt, vermutlich mehr als mit der Lohnhöhe. So gesehen ist die kommende Lohnrunde in dieser Schlüsselbranche eben auch eine Arbeitsplatz-Runde. Das sagt die Gewerkschaft zwar öffentlich nicht, aber sie weiß es natürlich. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht entscheidend ist, welcher Effekt höherer Löhne sich stärker auswirkt: die Kostensteigerung bei den Betrieben oder die mögliche höhere Nachfrage bei den Arbeitnehmern. Die exportorientierten Konzerne mit ihren hohen Gewinnen erwecken den Eindruck, die ganze Branche schwimme im Geld. Davon kann keine Rede sein. Deshalb ist in der kommenden Tarifrunde ein Aspekt wichtiger: Wie lassen sich ertragsabhängige Komponenten vereinbaren, ohne den Flächentarif zu gefährden. Darum geht es - und nicht um fünf Prozent mehr Lohn.

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