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Südwest Presse: Kommentar zu Eon Ruhrgas

    Ulm (ots) - Jetzt wird kommen, was seit Wochen bereits zu erwarten war: Eon Ruhrgas lässt sich vom Bundeskartellamt nichts vorschreiben. Deshalb werden sich die Bonner Wettbewerbshüter und der mit weitem Abstand größte deutsche Erdgasimporteur aus Essen vor Gericht über die Länge der Laufzeiten von Ruhrgas-Lieferverträgen streiten. Die Erfolgsaussichten für die Wettbewerbshüter sind nicht schlecht. Schließlich haben Stromversorger schon vor Jahren den Kürzeren gezogen bei dem untauglichen Versuch, trotz des Übergangs vom Monopol zu einem Wettbewerbsmarkt Lieferlaufzeiten von eineinhalb Jahrzehnten und mehr mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Sieht sich auch Eon Ruhrgas am Ende auf der Verliererseite wieder, dann ist das fraglos gut für die Konkurrenzbedingungen auf dem Gasmarkt und eröffnet Regionalversorgern wie der Gasversorgung Süddeutschland oder auch großen Stadtwerke zusätzliche Handlungsmöglichkeiten, weil sie schneller ihren Lieferanten wechseln können. Ob sich daraus dann auch Spielräume für günstigere Verbraucherpreise ergeben, steht indes auf einem ganz anderen Blatt. Weil weder Kartellamt noch Gerichte die Ölpreisbindung aus den Lieferbedingungen der Gasproduzenten kippen können, gibt es keine Aussichten auf ernsthafte Preissenkungen so lange sich die Ölpreise auf ihrem hohen Niveau bleiben.

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