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Südwest Presse: SÜDWEST PRESSE ULM, Kommentar zu Springer

    Ulm (ots) - Da hat Springer-Chef Mathias Döpfner aber gleich die große Keule geschwungen. Gegenüber den Überlegungen der KEK-Kontrolleure sei die DDR ein ordnungsliberales Wirtschaftsparadies gewesen, schimpfte der Mann, der gestern auf seinem Weg zum übermächtigen Medien-Mogul gebremst wurde. Damit bemüht er das bekannte Muster derer, die sich bei der Konzentration von wirtschaftlicher Macht von den Kartellbehörden in die Schranken gewiesen fühlen. Sie kleiden sich gern in die Opfer-Rolle im Kampf für die freie Marktwirtschaft. Doch Beifall dafür wird er nicht ernten. Denn eine der wenigen, dafür umso wichtigeren Voraussetzungen für funktionierende Märkte ist die Kartellaufsicht. Sie ist bei Medienunternehmen und damit Meinungsmacht noch zu ergänzen, weil dem Handel mit Nachrichten in einer Demokratie ein anderer Stellenwert zukommt als der Produktion von Autoreifen. Deshalb ist Döpfners Vergleich mit dem umsatzstärkeren Konkurrenten Bertelsmann auch schief: Entscheidend ist die Machtkonzentration in den politisch relevanten Medien. Dass die beim neuen Verlags- und Fernsehriesen gefährliche Ausmaße angenommen hätte, hat keiner treffender gesagt als Ex-Kanzler Gerhard Schröder: Zum Regieren reichten ihm "Bild, Bams und Glotze". Der KEK sei Dank, dass hier nicht ganz zusammenwächst, was nicht zusammen gehört.

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