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Südwest Presse: Kommentar zum Ladenschluss
WM

    Ulm (ots) - Es ist in den jüngsten Monaten ruhig geworden um ein Lieblingskind deutscher Regulierfreude: den Ladenschluss. Das liegt daran, dass die Liberalisierung des Einkaufens auf gutem Weg ist. Bekanntlich sollen die Bundesländer bald nach eigenem Gutdünken entscheiden, wie lange die Läden bei ihnen offen sein können. Das touristische und gesellschaftliche Großereignis Fußball-Weltmeisterschaft kann allerdings nicht darauf warten, bis jedes Land zu Potte gekommen ist. Und deshalb geht es jetzt nicht um den Ladenschluss allgemein, sondern im speziellen Fall. Zwei Dinge erwarten wir dabei. Erstens: die völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten während der vier WM-Wochen, außer sonntags. Und zweitens, dass dies in ganz Deutschland so gelten möge. Völlig gleichgültig ist dann, über welchen bürokratischen Hebel dies bewerkstelligt wird. Die Fußball-WM wird das Land in einen Ausnahmezustand versetzen. Also her mit der Ausnahme zum Ladenschluss. Hunderttausende Fans werden in den Regionen um die zwölf Stadien zu Gast sein, um König Fußball zu feiern - und einzukaufen. Viele von ihnen kommen aus Ländern, die keinen Ladenschluss kennen. Unvorstellbar, dass die Deutschen zwar - woran wir keine Zweifel haben - freundliche und perfekte Gastgeber sein werden, um 20 Uhr aber die Bürgersteige per Gesetz hochklappen und die Geschäfte schließen lassen.

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