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Südwest Presse: Kommentar zu T-Mobile

    Ulm (ots) - Da traut man seinen Ohren kaum: Der Chef des Mobilfunkanbieters T-Mobile, Rene Obermann, lobt den derzeitigen Rückgang bei Handytarifen und findet, die Preise seien auf dem richtigen Weg. Ausgerechnet die Tochter der Deutschen Telekom findet plötzlich gut, was sie jahrzehntelang mit Zähnen und Klauen verteidigt hat. In großer Einigkeit hielten die Mobilfunk-Anbieter ihre Preise hoch und machten Deutschland zu einem der teuersten Länder für Handy-Telefonate. Während woanders günstig mobil geplaudert wurde, was das Zeug hielt, kostete hierzulande die Minute noch immer 79 Cent. Ebenfalls unverständlich ist, dass Obermann keinen Verfall der Marge auf sein Unternehmen zukommen sieht. Wenn Billig-Anbieter wie Simyo, Aldi und Tchibo weiter einen solch starken Zulauf bekommen, schlägt das natürlich auf den Ertrag durch. Indirekt gibt dies T-Mobile ja auch zu, das Programm "Save for Growth" (Wachstum sichern) sieht Einsparungen von 1 Mrd. a vor, um den Gewinn hochzuhalten. Gänzlich unglaubwürdig wird Obermann, wenn er behauptet, T-Mobile sei zum Teil günstiger als Billiganbieter. Insgesamt sehen dies Experten anders. Obermann sollte lieber einräumen: Die Lizenz zum Gelddrucken, die Mobilfunk früher bedeutete, ist abgelaufen. Nicht nur der rosa Riese wird Probleme bekommen, weil sie mit Billiganbietern nicht mithalten können.

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