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Südwest Presse: Kommentar zu Bio-Bauern

    Ulm (ots) - Wenn ein Bayer mit CSU-Parteibuch Bundeslandwirtschaftsminister wird, kann es wenig überraschen, dass er andere Akzente setzt als seine Vorgängerin, eine Berlinerin von den Grünen. Das muss nicht automatisch schlecht sein. Entscheidend ist das praktische Handeln. Fünf Jahre lang hat Renate Künast das hohe Lied der Bio-Landwirtschaft gesungen, und diese Starthilfe war gut: Sie erhielt so den nötigen Anschub und kam aus der Ecke des Exotischen. Das kann sich nicht nur Künast auf die Fahnen schreiben. Es war auch die Folge diverser Skandale in der konventionellen Landwirtschaft. Bio-Produkte finden sich heute in den Regalen von Supermärkten und Discountern, was deutlich das Umdenken vieler Verbraucher zeigt. Allerdings ist auch die Bio-Landwirtschaft längst nicht mehr auf kleine kuschelige Bauernhöfe aus dem Bilderbuch beschränkt, sondern hat die Großbetriebe erreicht. Sie ist in jeder Beziehung Alltag geworden und benötigt nicht mehr so viel Hege und Pflege durch den Minister wie noch vor einigen Jahren. Abseits aller Ideologie ist es richtig, wenn Seehofer die konventionellen Betriebe gleichberechtigt behandelt - wenn er es denn tatsächlich tut und nicht die völlige Rolle rückwärts probt. Immer noch sind sie weitaus in der Überzahl, was gelegentlich ein wenig unterging. Auch sie können vernünftige Qualität produzieren, wenn die Verbraucher bereit sind, sie zu bezahlen und nicht nur auf den Preis zu schielen.

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