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Südwest Presse: Kommentar zu Zinserhöhung

    Ulm (ots) - Die erste Leitzinserhöhung seit fünf Jahren hat nur einen Vorzug: Mit Zinsspekulationen ist es erst einmal vorbei. Jean-Claude Trichet hat unerwartet deutlich durchblicken lassen, dass es jetzt keine Serie von Zinsschritten geben wird. Nach allen bisherigen Erfahrungen kann man sich auf die Worte des EZB-Präsidenten verlassen. Gleichwohl kann man trefflich streiten, ob eine Zinserhöhung schon jetzt wirklich notwendig ist. Die Konjunktur steht nach wie vor auf schwachen Beinen, die Arbeitslosigkeit ist hoch, neue Jobs entstehen kaum. Im Gegenteil: Selbst rentable Unternehmen - siehe Dresdner Bank - streichen weiter kräftig Arbeitsplätze. Kein Wunder, dass sich der private Konsum dahinschleppt, dass Vertrauen bei Verbrauchern und Managern nicht besonders ausgeprägt ist. Zwar bleibt der Leitzins mit 2,25 Prozent vergleichsweise niedrig und Kredite damit erschwinglich. Aber allein das Signal einer wieder schärferen Geldpolitik hätte der Eurotower nicht gerade jetzt aussenden müssen. Sicher: Die hohen Öl- und Energiepreise treiben die Inflation. Aber sie hat sich zuletzt wieder leicht auf 2,4 Prozent abgeschwächt. Selbst die EZB sieht für die Inflationsrate im nächsten Jahr einen Spielraum zwischen 1,6 und 2,6 Prozent. Wirklich überzeugen können die Notenbanker mit ihrem Schritt nicht, zumal sich der Rat trotz einmütiger Entscheidung nicht wirklich einig ist.

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