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Südwest Presse: Kommentar: Daimler-Chrysler

    Ulm (ots) - Auf viele Traum-Hochzeiten folgen Horror-Partnerschaften. Der Einstieg von Daimler-Chrysler bei Mitsubishi war so eine unglückliche Ehe; die Japaner stellten sich als Sanierungsfall heraus. Nun ist die Scheidung da: Der deutsche Autobauer trennt sich von seinem japanischen Partner. Dies ist zwar nicht das Ende der "Welt AG", von der Konzernlenker Jürgen Schrempp stets geträumt hat. Es ist aber ein Symbol für den Untergang des Vorstandsvorsitzenden. Schrempp wollte noch im April 2004 mehr Geld an den hochverschuldeten Partner nach Japan pumpen. Nachdem sich die Mehrheit im Vorstand geweigert hatte, galt er als angeschlagen. Ende des Jahres macht Schrempp nun Platz für Dieter Zetsche. Es ist konsequent, den Ausstieg auf Raten nun mit einer völligen Trennung abzuschließen. Der zwölfprozentige Anteil an Mitsubishi ist viel zu klein, um noch einen Einfluss auf den geschwächten Partner auszuüben. Den Verkaufserlös von 500 Millionen Euro können die Stuttgarter aber gut brauchen, um den Konzern neu zu formieren, die finanziellen Belastungen aus dem Stellenabbau zu verdauen und die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Vor allem, weil die Rendite schwach ist. Dennoch braucht Daimler-Chrysler einen Zugang zum fernöstlichen Markt. Nach der Hyundai-Trennung sind die Deutschen nur noch an Fuso und dem Chinesen Beijing beteiligt - das ist zu wenig für das boomende Asien.

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