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Südwest Presse: Kommentar zur Reform des Zuckermarktes

    Ulm (ots) - Die Reform des Zuckermarktes wird manchem Bauer sauer aufstoßen. Einkommensverluste drohen, und die dürften bei Deutschlands Rübenanpflanzern bitter ankommen - selbst wenn die Union die Härten durch Ausstiegs- beziehungsweise Umstiegszahlungen abfedert. Auch die Zuckerindustrie mit ihren zigtausend Arbeitnehmern wird es treffen. Leichtfertig darüber hinwegzugehen wäre den Betroffenen gegenüber verantwortungslos und ungerecht. Dennoch war Europa gezwungen, Bewegung in den versteinerten Zuckermarkt zu bringen. Nicht nur von außen, weil die Welthandelsorganisation WTO mit Sanktionen drohte. Die Marktordnung galt schon lange als längst überholtes "Monster". Seit Ende der 60er Jahre entwickelte das regulatorische Mammutwerk aus Quoten, Erstattungen und Zöllen fatale Konsequenzen. Die Regeln des Marktes blieben außen vor, Wettbewerb ein Fremdwort und die Südhalbkugel unserer Erde blieb auf ihren süßen Produkten sitzen. Besitzstandswahrung hieß die Devise der Verbände und Interessenvertreter. Ganze Generationen von Landwirtschaftsministern fochten für den Status quo. Auch Marian Fischer Boel, die derzeitige EU- Agrarverantwortliche, wäre gescheitert, wenn es den Druck von der WTO und der anstehenden Welthandelsrunde nicht gegeben hätte. Drei Wochen vor deren Start war die Einigung eine letzte Chance. Sie kam fünf vor zwölf.

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