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Südwest Presse: Kommentar zu Märklin

    Ulm (ots) - Der Mythos Märklin steht vom kommenden Montag in Discount-Märkten zum Kauf. So manchem Sammler wird es bei diesem Gedanken kalt den Rücken hinunterlaufen. Und auch viele Fach-Händler werden mit einer gewisser Skepsis beobachten, dass ausgerechnet der Inbegriff der hochwertigen Modelleisenbahn zum Billigpreis zu haben ist. Märklin-Chef Paul Adams wagt damit einen Balance-Akt. Einerseits darf er die hochkarätige Marke nicht beschädigen, andererseits muss er neue Wege finden, um die anhaltende Branchenkrise zu überwinden und eigene Schwächen zu beseitigen. Denn in der Ära vor Adams hatte sich das Traditionsunternehmen zu sehr an den hohen Ansprüchen leidenschaftlicher Sammler orientiert und detailverliebte Loks auf den Markt gebracht, die für normale Kunden zu teuer waren. Jetzt steuert das Unternehmen um und versucht, mehr Kinder in seinen Bann zu ziehen. Denn nur mit Sammlern kann das Unternehmen in dem umkämpften Nischenmarkt nicht bestehen. Weil die Konkurrenz günstiger in Fernost fertigen lässt und sich der Markt zunehmend in hochpreisige und billige Angebote spaltet, bleibt den Göppingern nichts anderes übrig, als die (Kosten-)Strukturen zu verbessern. Für die betroffenen Mitarbeiter, die dadurch ihre Stelle verlieren, ist das bitter. Doch Adams bleibt keine Wahl, wenn er den Mythos Märklin bewahren will.

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