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Südwest Presse: Kommentar zu Eon Hanse

    Ulm (ots) - Jetzt müssen die Norddeutschen bald mit dem Klingelbeutel für ihren regionalen Gasversorger Eon Hanse von Haus zu Haus ziehen. Diese Botschaft wollte der größte deutsche Erdgaskonzern Eon offenbar der staunenden Öffentlichkeit zwischen den Zeilen mitteilen, die die gestrige Offenlegung der Preiskalkulation kaum noch erwarten konnte. In Wirklichkeit grenzt es an eine Dreistigkeit, was der mit Abstand größte deutsche Erdgasversorger seinen Nord-Ableger aufführen ließ. Dieses Zahlenwerk ist kaum eines Blickes würdig. Volksverdummung nennt man es gemeinhin, wenn man einen Informationsgehalt vorgaukelt, der aber vorn und hinten nicht geliefert wird. Es mag ja sein, dass die von Eon verwendete Methode zur Kostenermittlung zu den veröffentlichten Bestandteilen des Erdgaspreises führt. Aber überprüfen lässt sich dies so nicht ansatzweise. Dies gilt erst recht für die weitaus wichtigere Fragen, ob die so ermittelten Tarife tatsächlich angemessen sind. Falls Eon Hanse dem Hamburger Landgericht den gleichen Zahlensalat auftischt, braucht man sich in der Düsseldorfer Konzernzentrale nicht zu wundern, wenn sich die Richter damit nicht abspeisen lassen. Jetzt wird mit hoher Wahrscheinlichkeit per Gericht - und sei es am Ende vom Bundesgerichtshof - geklärt, wie eine angemessene Veröffentlichung einer Preiskalkulation auszusehen hat.

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