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Südwest Presse: Kommentar zur großen Koalition

    Ulm (ots) - Die große Koalition hat der Versuchung widerstanden, aus der Unterzeichnung ihres Vertrages ein üppiges Zeremoniell zu machen, das weder der politischen Lage noch dem Geist des neuen Bündnisses angemessen gewesen wäre. Die vor Union und SPD liegenden Probleme sind nämlich ebenso wenig dazu angetan, die Champagnergläser klingen zu lassen, wie die Tatsache, dass die beiden Lager gegen ihren ursprünglichen Willen vom Wähler in eine Not- und Zweckgemeinschaft gezwungen worden sind. Selters statt Sekt also, Realitätssinn statt Traumtänzerei. Schon hinter die von Angela Merkel propagierte Fröhlichkeit, mit der die Regierung nun endlich ans Werk gehen will, darf ein Fragezeichen gesetzt werden. Wem ist, angesichts der blanken Zahlen, schon wohl zu Mute? Wird nicht, wie Roland Koch prophezeit hat, bald das große Heulen und Zähneklappern ausbrechen - bei Politikern und Bürgern, bei Wirtschaft und Arbeitnehmern, bei Ärzten und Patienten? Wenn die mühselige Kleinarbeit jetzt beginnt, könnte es schnell vorbei sein mit Vertrauen und Harmonie zwischen den Parteien. Erste Konflikte und Sollbruchstellen werden ja bereits sichtbar. Da fällt es schwer, nicht schwarz zu sehen. Trösten wir uns also mit Edmund Stoiber, der sagt: "Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll." Dass Wasser drin ist und kein Schaumwein, das lässt sich doch verschmerzen.

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