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Südwest Presse: Kommentar zu Siemens

    Ulm (ots) - Siemens hat im abgelaufenen Quartal so schlecht verdient wie seit fünf Jahren nicht mehr. Und was macht Chef Klaus Kleinfeld? Er strahlt die Fotografen an: "Bei den schönen Zahlen ist doch klar, dass man lacht." Hinter dieser Wahrnehmung steckt mehr als Verdrängung oder professioneller Optimismus. Der Vorstandsvorsitzende lebt in der Zukunft, der Auftragseingang ist ihm wichtiger als der - von seinem Vorgänger Heinrich von Pierer verschuldete - Gewinnrückgang. Mit gnadenlosen Rendite-Vorgaben und eiserner Sanierungshand orientiert sich Kleinfeld an den Wünschen des Finanzhandels und trimmt den größten Elektrokonzern der Welt auf Zukunft. Doch Aussagen, wohin die Reise geht, welche Strategie verfolgt wird, das bleibt Kleinfeld weiter schuldig. Was er sagt ist schwammig. Die Probleme großer Mega-Städte und der zunehmenden Weltbevölkerung lösen? Mit Wasser, Verkehr, Medizin, Internet und Sicherheit Geld verdienen? Das Unternehmen vernetzen? Das alles sind Allgemeinplätze. Andere Unternehmen zu übernehmen und Gesamtlösungen anzubieten, machen andere auch, wie etwa Konkurrent General Electric. Auf die Frage, was mit Bereichen geschehen soll, die Renditevorstellungen nicht entsprechen, gibt er jedoch keine Antwort. Werden sie abgewickelt wie die Handy-Sparte? Wird sich Siemens ständig verkleinern, bis nur noch wenige Bereiche übrig bleiben? Und was passiert, wenn es diesen schlecht geht? An die Medizinsparte sollte sich Kleinfeld stets erinnern. Diese schrieb einmal rot - und ist heute sehr erfolgreich. Doch Geduld zählt nicht mehr bei Siemens.

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