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Südwest Presse: Kommentar zu Pisa
Bildungspolitik

    Ulm (ots) - Allmählich kann man es nicht mehr hören, das Wort Pisa. Aber immer wieder fördert die OECD-Untersuchung Erkenntnisse zu Tage, die nachdenklich machen. Wenn also das gute Abschneiden der Schüler in den Ländern Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen auf dem Rücken der Migrantenkinder und der sozial Benachteiligten vor sich geht, dann stellt sich sofort die Frage nach den Ursachen. Ist es das Schulsystem, das frühe Verteilen der Kinder auf die verschiedenen Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium, wie die Verfechter der Einheitsschule glauben? Das Beispiel Finnland spräche dafür, wenn nicht die vielen Gesamtschulversuche in Deutschland das Gegenteil erwiesen hätten. Vielleicht steckt hinter den Ergebnissen der Pisa-Studien auch eine Entwicklung, die mit den klassischen Mitteln der Bildungspolitik allein nicht mehr in den Griff zu bekommen ist. Da sind die vielen Migrantenkinder, die kein Wort Deutsch können, obwohl sie hier geboren sind. Und da sind die Verhältnisse in vielen Familien, wo Kinder vor den Fernseher im Kinderzimmer abgeschoben werden, der nach einer Untersuchung kaum Bildungswert hat. Das ist keine Entschuldigung für die Versäumnisse der Schulpolitik, die etwa an der vorschulischen Bildung arbeiten muss. Aber es zeigt, dass die Schule nicht alles reparieren kann, was in der Gesellschaft schief läuft.

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