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Südwest Presse: Kommentar zu Deutsche Telekom

    Ulm (ots) - Das Streichen von 13 Prozent der Stellen bei der Telekom ist ein Zeichen der Hilflosigkeit. Chef Kai-Uwe Ricke muss den schwerfälligen Telefon-Riesen mit angehängten Mobilfunk-, System- und Internet-Sparten zu einem Multimedia-Konzern verwandeln - und hat Probleme. Anteilsverluste bei In- und Auslandsgesprächen, Billig-Handy-Anbieter, günstigere Internet-Offerten und aggressive System-Konkurrenz schwächen den Rosa Riesen. Der Regulierer sitzt den Bonnern im Nacken. Technologien wie Telefonieren über Internet zeigen die Schizophrenie des Geschäfts: Werden sie ignoriert, gehen Marktanteile verloren, werden sie angeboten, schwächt man eigene Sparten. Das Rekord-Betriebsergebnis täuscht, trotz guter wirtschaftlicher Zahlen gelingt der Konzern-Umbau nur mit Job-Abbau. 100 000 Stellen in den vergangenen zehn Jahren sind bereits Geschichte; jetzt werden 32 000 nur in Deutschland nachgelegt. Die Börse jubelt, die Anleger dürften sich bald über eine höhere Dividende freuen und die Analysten nicken beifällig mit dem Kopf: Der massive Arbeitsplatz-Abbau ist ihrer Meinung nach richtig. Politiker wie Wirtschaftsminister in spe Michael Glos zeigen dafür Verständnis. So lange die wirtschaftlichen Zahlen stimmen, scheint alles okay - auch wenn der Stellenabbau fehlenden Weitblick, mangelnde Flexibilität und wenig Verantwortungsbewusstsein bedeutet.

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