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Südwest Presse: Kommentar zum Gasmarkt

    Ulm (ots) - Wer hätte das gedacht. Jetzt bekommt die Nummer eins um bundesdeutschen Gasmarkt doch noch kalte Füße: Eon Hanse, die norddeutsche Versorgungstochter des Düsseldorfer Energieriesen, will sich in die Karten der Preiskalkulation schauen lassen. Gut so. Damit können die Verbraucherschützer einen riesigen Erfolg verbuchen. Ihre Absicht, Eon vor Gericht zur Offenlegung der Preiskalkulation zu zwingen, ist voll aufgegangen. Es spricht vieles dafür, dass die Energiemanager mit ihrer als freiwillig deklarierten neuen Offenheit lediglich einem gerichtlichen Transparenz-Zwang zuvorkommen. Doch sei's drum. Viel wichtiger ist, dass das Beidrehen in letzter Sekunde weitreichende Konsequenzen in der bundesdeutschen Energiewirtschaft haben wird: Man muss kein Prophet sein für die Prognose, dass mit diesem Präzedenzfall das Offenlegen der Kalkulationen vor Preiserhöhungen künftig zum Normalfall werden wird. So erfreulich dies ist, zu große Erwartungen sollten die Verbraucher damit indes nicht verbinden. Der Grund: Die beiden Hauptursachen für die Preissteigerungsorgie beim Erdgas bleiben davon völlig unberührt. Die Ölpreisbindung gilt unverändert. Von Wettbewerb kann auch künftig auf dem heimischen Gasmarkt nicht ernsthaft die Rede sein. So lange sich daran nichts ändert, sind gläserne Preiserhöhungen reine Beschwichtigungsaktionen.

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