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Südwest Presse: Kommentar zum Wachstum

    Ulm (ots) - Wenn der scheidende Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement heute die wirtschaftlichen Wachstumsprognosen im Gleichklang mit denen der führenden Wirtschaftsexperten auf 1,2 Prozent für das kommende Jahr nach unten korrigiert, können sich die politischen Akteure das alte Spiel der Schuldzuweisung sparen. Natürlich ist der Umstand, dass Deutschland auch im kommenden Jahr vermutlich zusammen mit Italien die am stärksten lahmende wirtschaftliche Kraft innerhalb der EU sein wird, ein denkbar schlechtes Entlassungszeugnis für die rot-grüne Wirtschaftspolitik. Es ist aber vor allem ein Auftrag an die große Koalition für eine bessere Politik. Dass die gestiegenen Energiepreise Wachstumspunkte kosten werden, ist richtig - gilt aber für alle Volkswirtschaften. Nein, der schon jetzt offiziell abgesagte Aufschwung im kommenden Jahr muss von der Politik als Aufruf aufgenommen werden, vom Prinzip Hoffnung Abstand zu nehmen, dass sich die Dinge schon irgendwie wieder fügen werden. Sie werden sich nicht fügen, so lange auf dramatisch veränderte Bedingungen mit kleinmütigem Herumkurieren reagiert wird. Es gibt keinen Königsweg zu mehr Wachstum und Beschäftigung. Aber unter Wirtschaftsexperten gibt es zumindest eine grobe Übereinstimmung in den Rezepten. Sie kamen gestern wieder auf den Tisch. Jetzt brauchen sie nur noch umgesetzt zu werden.

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