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Südwest Presse: Kommentar zu Ostdeutschland

    Ulm (ots) - Es gibt sie, die Erfolgsgeschichten im Osten: Einzelne Regionen sind aufgeblüht, etliche Unternehmen haben sich entwickelt wie es kaum jemand vor 15 Jahren erwartet hätte. Andere Sterne - Beispiel Intershop - sind längst wieder untergegangen. Und viele Regionen und Firmen kommen nur schwer auf die Beine, ganz abgesehen von der dramatisch hohen Arbeitslosigkeit. Die wirtschaftliche Bilanz 15 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung in Ostdeutschland bietet ein gemischtes Bild. Selbst erfahrene Experten haben die marode Lage der DDR-Wirtschaft 1990 massiv unterschätzt, und damit auch den notwendigen finanziellen und zeitlichen Aufwand viel zu niedrig angesetzt, mit dem die Defizite behoben werden sollten. Die Probleme in Ostdeutschland werden uns noch jahrelang begleiten. Dabei droht eine gefährliche Spirale nach unten: Weil die Perspektiven begrenzt sind, orientieren sich längst nicht nur Arbeitslose, sondern vor allem beschäftigte Fachkräfte mehr und mehr Richtung Westen. Wo Arbeitskräfte und Fachleute fehlen, können Firmen und Regionen schwerlich vorankommen. Dem zu begegnen ist eine der zentralen Herausforderungen in den nächsten Jahren. Wirtschaft und Politik müssen viel Geld in die Hand nehmen. Die 155 Mrd. Euro, die bis 2019 Richtung Osten fließen sollen, werden kaum reichen. Woher zusätzliche Mittel kommen sollen, weiß niemand.

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