Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zum Arbeitsmarkt

    Ulm (ots) - Es ist unglaublich mühsam für Frank-Jürgen Weise und seine Mitstreiter, die Bundesagentur für Arbeit aus einem Verwalter von Arbeitslosigkeit zu einem schlagkräftigen Arbeitsvermittler zu machen. Erst nach eineinhalb Jahren im Amt kommen sie dazu, den riesigen Strauß an Fördermaßnahmen unter die Lupe zu nehmen, der die Arbeitsvermittler längst überfordert. Das war überfällig. Die Maßnahmen sind wohlgemerkt keine Erfindung der Nürnberger Behörde. Vielmehr wurden sie über viele Jahre von der Politik beschlossen, genauer gesagt vom Bundestag auf Vorschlag der Regierung. Schon die Zahl von 80 Maßnahmen zeigt, wie wenig da nachgedacht wurde, ob das eine überhaupt zum anderen passt und ob alles wirklich sinnvoll ist. Aktionismus bringt wenig außer jede Menge Bürokratie. Sozialverbände mögen jammern, wenn die Weiterbildung von älteren Beschäftigten nicht mehr extra gefördert wird. Bei ganzen 160 Fällen im vergangenen Jahr ist so eine Maßnahme aber schlicht überflüssig. Gut ist es auch, wenn es keinen Rechtsanspruch auf eine Hilfe wie die Förderung von Existenzgründungen mehr gibt. Die Arbeitsvermittler bekommen freie Hand - und damit noch mehr Verantwortung. Wenn sie wirklich überlegt mit dem Geld der Beitrags- und Steuerzahler umgehen, sollte es manche unnütze Maßnahme nicht mehr geben. Dazu gehört allerdings Rückgrat. Schließlich nimmt die Anspruchsmentalität der Bürger immer weiter zu.

Rückfragen bitte an:
Südwest Presse
Tolks Lothar
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: