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Südwest Presse: Kommentar zur Regierungsbildung

    Ulm (ots) - Fast drei Wochen ist es nun her, dass das Wahlergebnis den Politikern zu denken gibt. Fast fünf Monate liegt es zurück, dass nicht Wahlkampf geführt, sondern regiert wurde. Einen Haushaltsentwurf für 2006 gibt es nicht. Und wer abends einmal durch die TV-Kanäle schaltet, kann dem Geschwätz der Auseinandersetzungen nicht entgehen, auch und vor allem nicht denen zwischen Unions- und SPD-Politikern. Es scheint, als hätten sie noch nicht begriffen, dass es ihre Pflicht ist, nun den Karren gemeinsam aus dem Dreck zu ziehen, in den sie ihn seit der Wiedervereinigung gemeinsam und nacheinander gesteuert haben. Es mag zwar amüsant sein, ständig neue Gerüchte zu hören, wer was werde - gestern geisterte sogar ein Vizekanzler und Außenminister Gerhard Schröder munter durch die Gerüchteküche. Von ihm gewinnt man immer mehr den Eindruck, er leide nicht unter Realitätsverlust, er genieße ihn. Warum, wenn in seiner immer noch nicht fallenden Forderung, Kanzler zu bleiben, irgendeine Logik steckt, hat der große Stratege Herbert Wehner dieses Amt nicht bereits 1966 in der Großen Koalition für Willy Brandt eingefordert? Schließlich war auch nach der Wahl 1965 die SPD die größte Partei im Bundestag. Weil Wehner Realist war und wusste, dass die Fraktionsstärke entscheidend ist. Solche Leute brauchen wir jetzt dringend: Realisten, die ihre Eitelkeiten zurückstellen und endlich anfangen, Deutschlands Zukunft in den Griff zu bekommen.

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