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Südwest Presse: Kommentar zum Kanzleramt

    Ulm (ots) - Ein Rückzug auf Raten ist das noch nicht. Gerhard Schröder und Franz Müntefering versuchen vielmehr im Machtpoker um das Kanzleramt wieder taktisch zu punkten. Sie wollen auf gleicher Augenhöhe mit der Union Koalitionsverhandlungen beginnen. Da stand der ungehalten-arrogante Alleinanspruch auf das Kanzleramt vom Wahlabend im Weg. Er mag zwar bisher dazu getaugt haben, der Union und ihrer Kanzlerkandidatin Angela Merkel den Triumph zu vergällen. Das Basta-Wort Schröders hat aber die Männerriege in CDU und CSU dazu gebracht, trotz der herben Stimmenverluste treu zu ihrer Spitzenfrau zu stehen. Nun sollten die großen Parteien zunächst einmal frei von der Personalie verhandeln. Dass sie durchaus Kompromisse finden können, die das Land vorwärts bringen, ist bei gutem Willen beider Seiten möglich. Das gilt für den defizitären Haushalt genauso wie für die Unternehmensteuer oder klare Verhältnisse, was der Bund und die Länder künftig allein zu entscheiden haben. Dass der Staat zwar keine Arbeitsplätze schafft, sie aber durch Ankurbeln von Forschung und umsetzbaren Innovationen befördern muss, ist ebenfalls kaum umstritten. Am Ende wird zu klären sein, wer das Ausgehandelte besser umsetzen kann. Sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, ist ein späte, aber wesentliche Einsicht. Sie darf nicht wieder verloren gehen.

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