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Südwest Presse: Kommentar zu Daimler-Chrysler

    Ulm (ots) - Der Einwand des Daimler-Betriebsrates und der IG Metall ist nicht unberechtigt. Es deutet in der Tat einiges darauf hin, dass das angedrohte Stellenabbauprogramm in den Mercedes-Werken nach dem Motto vorgenommen wurde: erst kürzen, dann denken. Denn bei Lichte besehen lässt es Rückschlüsse auf die Planungsfähigkeit des Managements zu, wenn zunächst eine langfristig ausgelegte Beschäftigungssicherung vereinbart wird, um sie nur ein Jahr später wieder durch ein extrem teures Abfindungsprogramm zu kassieren. Die Lage in der Automobilwirtschaft hat sich innerhalb dieser Zeit nicht so dramatisch verschlechtert, als dass solch tief greifende und sehr schmerzende Korrekturen quasi über Nacht notwendig geworden wären. Das sagt nichts über deren grundsätzliche Notwendigkeit aus, aber umso mehr über den Umgang mit und das Beherrschen von Zahlen und Fakten. Neu-Chef Dieter Zetsche verfährt nach dem Motto: Am Anfang die Grausamkeiten, um später die Früchte zu ernten. Das ist ein bewährtes Mittel; aber auch dieses setzt voraus, dass es auf Realitäten beruht. Es hilft weder dem Unternehmen noch seinen Mitarbeitern, wenn der Bedarf an Personal nicht an der Wirklichkeit, sondern am Wunsch ausgerichtet ist. Zetsche sollte sich auf die sichere Seite begeben, nochmals durchrechnen und planen, um nicht in einem Jahr erneuten Korrekturbedarf festzustellen.

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