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Südwest Presse: Kommentar zu Carl Zeiss Visions

    Ulm (ots) - Die Nachricht ist ein schwerer Schlag für Aalen und die Ostalb: Carl Zeiss Visions verlagert die Produktion von einfachen Brillengläsern nun ganz nach Ungarn. Die Entscheidung der Tochter der Oberkochener Carl Zeiss AG bedeutet für bis zu 400 der 1360 Mitarbeiter den Gang zum Arbeitsamt. Viele von ihnen sind Frauen in Teilzeit-Jobs und angelernt. Für sie wird es in der strukturschwachen Region schwer, eine neue Stelle zu finden. Dementsprechend düster ist die Stimmung der Mitarbeiter. Kritische Stimmen werden den Stellenabbau mit der Ausgliederung des Brillenglasgeschäfts aus der Carl Zeiss AG und dem Engagement des Finanzinvestors EQT in Verbindung bringen. Doch das geht an den Tatsachen vorbei. Ohne die Beteiligungssgesellschaft, die die Fusion der Carl-Zeiss-Augenoptiksparte mit dem US-Konkurrenten Sola mitfinanziert hat, stünden die Chancen der Aalener weit schlechter. Schon in den vergangenen Jahren war das Brillenglasgeschäft das Sorgenkind des Optikkonzerns - und es kam wiederholt zu schmerzhaften Einschnitten. Carl Zeiss Vision zeigt vielmehr die Problematik des Standortes Deutschlands: Angesichts der hohen Lohnkosten ist dieser bei der Produktion von Massenware nicht mehr konkurrenzfähig. Nur gut, dass Carl Zeiss bei hochwertigen Gläsern über eine starke Stellung verfügt. Das hilft, die verbleibenden Stellen zu sichern.

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