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Südwest Presse: Kommentar zur Union

    Ulm (ots) - Kommentar zur Union

    Mit ihrem Treueschwur für Angela Merkel haben die elf Ministerpräsidenten von CDU und CSU der Kanzlerkandidatin keinen Gefallen getan. Schließlich wirft die öffentliche Selbstverpflichtung der regierenden Herren von Kiel bis München die Frage auf, weshalb sie kurz vor dem Wahltag ausdrücklich erklären müssen, woran im Normalfall doch niemand zweifeln sollte: dass sie nämlich fest zur CDU-Parteivorsitzenden stehen und nichts sehnlicher wünschen als ihren Erfolg. Eigentlich ist die Meldung, dass sich Roland Koch und Dieter Althaus, Günther Oettinger und Jürgen Rüttgers für die Wahl Angela Merkels stark machen, also nur von bescheidenem Nachrichtenwert. Doch wer in den letzten Tagen verfolgt hat, wie kaltschnäuzig erst Christian Wulff in die Personalhoheit der Spitzenkandidatin eingegriffen hat, wie dann auch andere CDU-Ministerpräsidenten den Merkel-Rivalen Friedrich Merz zurück in die Führung der Union beorderten, der konnte schon spüren, dass es mit der jetzt beschworenen Unterstützung der elf Parteifreunde nicht so weit her ist. Spätestens wenn es im Bundesrat um Geld, Kompetenzen und Macht geht, wird Angela Merkel endgültig merken, wie wenig sie auf solche Ergebenheitsadressen geben kann. Die Länderchefs der Union werden dann ihre eigenen Interessen vertreten, und der Rabatt für eine Kanzlerin ihrer Couleur dürfte begrenzt sein. Elf Freunde in der Politik sind noch seltener als auf dem Fußballplatz.

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