Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zur Wahl
Koalitionsbildung, Ausgabe 15.09.05

    Ulm (ots) - Sollte es für Schwarz-Gelb oder gar Rot-Grün reichen, wird es eine dieser beiden Koalitionen geben. Wenn nicht, wird es spannend. Denn es wird geschworen, dass die Schwarte kracht: Die FDP versichert, dass sie nicht mit SPD und Grünen regieren wird. Gerhard Schröder beeidet, dass die SPD für Rot-Rot-Grün nicht zur Verfügung stehe, und prominente Genossen lehnen - bereits im Einklang mit Angela Merkel - die große Koalition heftig ab. Die Grünen, da können sich deren Wähler sicher sein, werden nicht mit FDP oder Union koalieren. Und die PDS will gar keinen Partner. Alle Schwüre sind glaubhaft. Dennoch wird im Fall des Falles mindestens einer von ihnen gebrochen. Denn nach der Wahl ist alles anders. Dann heißt es, alle demokratischen Kräfte müssen miteinander koalitionsfähig sein. Bereits jetzt wird gewettet, wer seine Großmutter für die Macht verkaufen würde. Doch die Motive der drohenden Wortbrüche müssen gar nicht unehrenhaft sein. Natürlich wollen Merkel und die SPD keine große Koalition, aber sie würden sie schlucken. Natürlich will die FDP keine Ampel - aber wenn sonst eine Staatskrise drohte? Natürlich will Schröder Kanzler und seine SPD an der Macht bleiben. Natürlich will die PDS im Notfall "das Schlimmste verhindern". Natürlich glauben die Minister der Grünen, ihre Arbeit sei es wert, fortgeführt zu werden. Und irgendeine Regierung brauchen wir schließlich.

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