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Südwest Presse: Kommentar zur Bildung in Deutschland, Ausgabe 14.09.05

    Ulm (ots) - Der OECD-Bildungsbericht 2005 enthält eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Das deutsche Bildungssystem holt auf. Die schlechte: Der Weg an die Weltspitze ist noch sehr weit. Es gibt also keinen Grund zur Entwarnung. Die nach dem Pisa-Schock eingeleiteten Maßnahmen müssen nicht nur fortgeführt, sondern intensiviert werden. Sonst bleibt Deutschland allenfalls Mittelmaß im internationalen Bildungsvergleich. Klarer als bisher spricht das aktuelle Gutachten die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte an. Die Ausgaben für Schulen und Hochschulen wurden verringert, potenzielle Studenten durch die Mär von der angeblichen Akademikerschwemme abgeschreckt. Erst die rot-grüne Koalition packte die überfällige Bafög-Reform an. Dass heute ältere Erwerbspersonen in Deutschland häufiger ein Hochschuldiplom haben als die Jüngeren, sagt alles über falsche Weichenstellungen in der Bildungspolitik der 80er und 90er Jahre aus. Selbst wenn die Trendwende inzwischen eingeleitet worden ist, wenn endlich mehr Geld in Kleinkinderbetreuung, Ganztagsschulen und Spitzenforschung investiert wird, lässt sich der Rückstand nicht in wenigen Jahren wettmachen. Die Konkurrenz schläft nicht. Schon gar nicht werden wir den Anforderungen der modernen Wissensgesellschaft gerecht, wenn die Rahmenbedingungen für Studierende bereits wieder schlechter werden, durch Uni-Gebühren und Stellenabbau.

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