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Südwest Presse: Kommentar zu Friedrich Merz, Ausgabe 13.09.05

    Ulm (ots) - Dass Friedrich Merz zu den vorzeigbaren Unions-Politikern gehört, fachlich ausgewiesen und rhetorisch einer der Besten, ist nicht neu. Das musste Angela Merkel den zahlreichen Anhängern des Finanzexperten nicht noch einmal erklären - weder den einflussreichen Wirtschaftskreisen, die Merz nur zu gern in einem künftigen Kabinett von Union und FDP sähen, noch einer bürgerlichen Wählerschaft, die er nicht zuletzt mit seiner Steuerreform im Bierdeckel-Format zu überzeugen wusste. Allerdings dachte die CDU-Vorsitzende noch vor kurzem nicht entfernt daran, ihren Rivalen aus der selbst gewählten Schmollecke zu holen, zu tief war der Graben, den Merz Ende vergangenen Jahres mit seinem Rückzug von allen Ämtern aufgerissen hatte. Dass die Kanzlerkandidatin nun bereit ist, das Zerwürfnis zwischen ihr und dem ehrgeizigen Vorgänger an der Fraktionsspitze hintanzustellen, wirft ein Schlaglicht auf Merkels Verunsicherung. Merz soll von Paul Kirchhof ablenken, dem Schatten-Finanzminister der Opposition. Diese ebenso durchsichtige wie halbherzige Aktion aber schürt Zweifel an der Berechenbarkeit der Kandidatin. Was bei der Union nach dem 18. September Bestand hat, programmatisch und personell, wird dadurch eher unklar. Wenn aber weder Merz noch Kirchhof wissen können, was Merkel wirklich mit ihnen vorhat, was sollen die Wähler dann erst denken?

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