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Südwest Presse: Kommentar zur Union, Ausgabe vom 10.09.2005

    Ulm (ots) - Die Nervosität der Union im Schatten aktueller Umfragen ist verständlich. Noch haben CDU und CSU das Trauma der 2002 in letzter Sekunde verlorenen Bundestagswahl nicht überwunden. Also weckt jeder noch so bescheideneStimmungsumschwung zu Gunsten von Rot-Grün böse Erinnerungen im Lager der Opposition. Und Gerhard Schröder wird plötzlich wieder zum Angstgegner, der in der Lage scheint, das Unmögliche zu vollbringen. Dabei hat der Kanzler nur getan, was in seiner Macht lag. Er hat die Kluft, die sich beim Vollzug von Agenda 2010 und Hartz IV zur SPD sowie zu den Gewerkschaften aufgetan hatte, mit geschickter Rhetorik überwunden. Er hat im TV-Duell gegen Angela Merkel die Erwartungen erfüllt. Und er hat - vielleicht entscheidend - mit sicherem Instinkt erkannt, dass der vermeintliche Wahlmagnet Paul Kirchhof zum Klotz am Bein der Kandidatin wird, wenn man dessen Steuerpläne als ungerecht und fern der Lebenswirklichkeit anprangert.Die CDU-Vorsitzende sieht sich plötzlich von einem angriffslustigen Amtsinhaber in die Ecke der kaltherzigen Sozialreformerin gedrängt, als wolle sie einen Staat, der seine Bürger in individuellen oder auch kollektiven Notlagen im Stich lässt. Die Herausforderin hat noch eine Woche Zeit, den Eindruck zu widerlegen. Sonst wird es doch wieder eng für Merkel, mindestens für ihre Wunschkoalition mit der FDP.

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