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Südwest Presse: KOMMENTAR · G36 - Tarnen und Täuschen

Ulm (ots) - KOMMENTAR · G36

Tarnen und Täuschen Ursula von der Leyen mustert alle G36 aus. Na endlich, möchte man sagen. Doch auf den zweiten Blick wird deutlich: Die Verteidigungsministerin verkauft routinierten Dienst als entschlossenen Schritt. Denn die krumme Knarre aus Schwarzwälder Produktion landet nicht im Schrottcontainer, weil sie im heißen Klima deutscher Auslandsexpeditionen nicht trifft, wie sie soll, sondern weil ohnehin alle 20 bis 25 Jahre neue Gewehre gekauft werden müssen - Abnutzung und technischer Fortschritt erfordern das. Die Peinlichkeit der mangelnden Treffsicherheit ist ganz nebenbei elegant beerdigt. Auch die vollmundig angekündigte große Ausschreibung klingt nach mehr, als sie ist. Denn die Trennung von der in die Kritik geratenen Waffenschmiede Heckler & Koch, die die Vorwürfe weiterhin bestreitet, ist damit keineswegs sicher. Kritiker bemängeln, schon die Ausschreibung für das Pannengewehr G36 sei seinerzeit gezielt auf die Fähigkeiten dieses Anbieters zugeschnitten gewesen - und Geschichte wiederholt sich ja bekanntlich ab und an. Die schlechteste Karte haben die Soldaten gezogen, die im Einsatz den Kopf hinhalten müssen. Etlichen von ihnen statt der fehlenden Sturmgewehre nun - für einen ganz anderen Zweck gebaute - Maschinengewehre in die Hand zu drücken, macht ihr Leben keineswegs sicherer. Doch das Ministerium übt sich auch hier im Tarnen und Täuschen: Es nennt die Notlösung "optimierten Waffenmix".

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