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Südwest Presse: KOMMENTAR · LADENKASSEN

Ulm (ots) - Bekannte Trickserei

Zehn Milliarden Euro sind eine Menge Geld. Auf diese Summe schätzt der Bundesrechnungshof die jährliche Steuerhinterziehung mit manipulierten Ladenkassen. Dafür gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten vom simplen Stornieren von Einnahmen bis zu trickreichen Computerprogrammen, die ganz legal erworben werden können. Neben Mehrwertsteuer gehen dem Staat auch Einkommen- und Körperschaftsteuer verloren, weil Umsätze nicht erfasst werden. Wie groß der Schaden tatsächlich ist, weiß keiner so genau. Illegale Handlungen lassen sich statistisch nicht erheben. Auf das Problem weisen die Rechnungsprüfer schon seit über einem Jahrzehnt hin, ohne dass etwas passiert wäre. Dabei gäbe es längst eine technische Lösung, die Steuerhinterziehung zumindest erschweren würde. Doch erst beklagten Handel und Gastronomie den bürokratischen Aufwand, die Investitionen und den Generalverdacht gegen ehrliche Unternehmer. Neuerdings wird auf eine europaweite Lösung gewartet, obwohl nicht nachzuvollziehen ist, was sie bringen soll. Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomie sind regionale Aktivitäten. Es wäre gerade im Interesse der ehrlichen Unternehmer, endlich zu handeln. Dazu gehören allerdings nicht nur Kassen, die Tricksereien erschweren, sondern auch Kontrollen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Das ist nicht Aufgabe des Bundes. Die Bundesländer müssen mehr Finanzbeamte einstellen.

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