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Südwest Presse: Kommentar Fifa - Rücktritt Blatter

Ulm (ots) - KOMMENTAR · FIFA

Letzter Coup des Paten Joseph Blatter war vieles zuzutrauen. Nur eines nicht: dass er aus freien Stücken zurücktritt. Seine Ankündigung gestern Abend, das Amt des Fifa-Präsidenten niederzulegen, kommt deshalb einer Sensation gleich. Trotz immer neuer Skandale hatte der 79 Jahre alte Chef des Fußball-Weltverbandes wie ein Löwe um sein Amt gekämpft. Schuld an allen Skandalen und kriminellen Machenschaften waren immer die anderen. Nicht er, der Pate Joseph Blatter, der seit 1981 als Fifa-Generalsekretär und seit 1998 als Präsident alle Fäden in der Hand hielt. Die Beweggründe für seinen Rücktritt bleiben vorläufig offen. Dass den Schweizer über Nacht die Einsicht gepackt hat, nicht mehr der richtige Mann zu sein, ist nicht anzunehmen. Viel wahrscheinlicher ist, dass Blatter den amerikanischen Ermittlern, die das Gebaren der Fifa und ihres bisherigen Präsidenten untersuchen, zuvorgekommen ist. Blatter musste damit rechnen, dass ihm Unheil droht. Und zog die Konsequenz. Positiv anzurechnen ist Blatter, dass er nun - warum auch immer - den Weg zu einem Neuanfang frei gemacht hat. Wer den beschreiten kann, ist offen. Einen Nachfolger hat Blatter nicht aufgebaut, er wäre zudem chancenlos. Der europäische Verband Uefa ist sich nicht einig. Michel Platini, Luis Figo und Michael van Praag hatten nicht den Mut zur Kandidatur. Keine guten Voraussetzungen also, schnell eine vernünftige Lösung zu finden.

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