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Südwest Presse: KOMMENTAR · KITA-STREIKS

Ulm (ots) - Qualität kostet Geld

Lokführer und Piloten haben in den vergangenen Wochen und Monaten das Land mit ihren Streiks in Atem gehalten. Wenn sie streiken, tut das der Wirtschaft richtig weh. Das Verständnis der Menschen allerdings hält sich in engen Grenzen. Bei den Erziehern an den Kitas ist die Gemengelage eine andere. Die Wirtschaft kostet der Streik nichts, die Arbeitgeber sparen sogar Geld. Die Leidtragenden sind die berufstätigen Eltern, die ihre Kinder bei Großeltern oder Freunden unterbringen müssen. Von denen haben aber viele Verständnis für die Forderungen der Gewerkschaft. Schließlich wollen sie, dass die Kitas mehr sind als bloße Aufbewahrungsstätte. Sie wollen gut ausgebildete und motivierte Erzieher. Sie fordern Qualität. Um diese Qualität liefern zu können, braucht man gute Erzieher. Aber die sind längst Mangelware. Das liegt auch daran, dass im Zuge des Ausbaus der Krippenplätze viel zu lange nur über Bauten geredet wurde. Dass Kinder nicht nur ein Dach, Stühle und Betten brauchen, sondern auch und vor allem gute Erzieher, das fiel vielen erst sehr spät ein. Um die Ebbe auf dem Markt zu beheben, auch dafür braucht es eine angemessene Bezahlung. Es bleibt aber auch die andere Seite: Kitas müssen für die Eltern, aber auch für den Staat bezahlbar bleiben. Spätestens hier kommt die Wirtschaft ins Spiel. Es wäre denkbar, dass sich mehr Firmen an der Finanzierung von Kita-Plätzen für ihre Mitarbeiter beteiligen. Nur Mut.

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