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Südwest Presse: KOMMENTAR · ARBEIT

Ulm (ots) - KOMMENTAR · ARBEIT

Tücken der Flexibilität Minijobs, Teilzeit, befristete Verträge, Leiharbeit: Für viele Arbeitnehmer in Deutschland ist eine atypische Beschäftigung inzwischen Alltag. Und ein gewichtiger Anteil davon beruht sicherlich nicht auf dem Willen der Arbeitnehmer, ihre Zukunft so ungewiss wie möglich zu gestalten, sondern auf Forderungen der Wirtschaft nach mehr Flexibilität. So räumte die Agenda 2010 unter Kanzler Schröder (SPD) die hohen Hürden für die Arbeitnehmerüberlassung ab und forcierte so massiv den Einsatz von Leiharbeitern. Verwerfungen ließen nicht lange auf sich warten - erst durch Branchenzuschläge wurden die allergröbsten Ungerechtigkeiten zumindest teilweise beseitigt. Und auch die Minijobs erhielten politische Schützenhilfe. Die Folge: Was früher im Supermarkt mal eine feste Stelle mit Aussicht auf eine anständige Rente war, wird heute von mehreren Kassiererinnen auf 450-Euro-Basis erledigt - mit desaströsen Auswirkungen auf die Altersversorgung. Der Minijob entpuppt sich so als Armutsfalle. Dafür klingeln die Kassen etwas lauter, weil die Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge sparen. Inzwischen schlägt das Pendel aber wieder etwas zurück - wenigstens, solange der Konjunkturmotor rundläuft. Auch ist nicht jeder atypische Job automatisch prekär und der Vollzeitjob nicht in jedem Fall das Ziel aller Träume. In Teilen ist der Anstieg auf das 2001 gesetzlich verankerte Recht auf Teilzeit zurückzuführen - und darauf, dass insgesamt weitaus mehr Mütter arbeiten als noch vor 20 Jahren und dieses Recht auch in Anspruch nehmen. Dass der Vater mit Teilzeitjob eher noch eine Ausnahmeerscheinung ist, hat vor allem strukturelle Gründe.

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