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Südwest Presse: KOMMENTAR · RENTEN

Ulm (ots) - Ein heißes Eisen

Die Kanzlerin ist aus dem Urlaub zurück - und der Wahlkampf in Sachsen, Thüringen und Brandenburg nimmt umgehend an Fahrt auf. Wenn Angela Merkel nicht sogar schon die nächste Bundestagswahl 2017 im Blick hat. Mit ihrer Ankündigung einer vollen Angleichung der Ostrenten an das Westniveau bis 2020 zielt sie jedenfalls unverblümt auf Millionen Kreuzchen von Ost-Wählern. Zwar steht das alles schon im Koalitionsvertrag. In ihr Wahlprogramm hatte die Renteneinheit aber nur die SPD geschrieben, während bei CDU/CSU lediglich von "weiteren Anpassungsschritten" die Rede war - und auch von einem Festhalten an der bisherigen Rentenberechnung. Von daher wird noch zu diskutieren sein, wem der Wähler die nächsten Rentengeschenke letztlich zu verdanken hat. Es wäre schließlich nicht das erste mal, dass sich Merkel im SPD-Potpourri bedient. Der Grundsatz stimmt aber: 2020 - 30 Jahre nach der Deutschen Einheit - werden Unterschiede bei der Rentenberechnungen nicht mehr vermittelbar sein. Dennoch packt Schwarz-Rot ein heißes Eisen an. Die wirtschaftlichen Differenzen, die große Spanne bei den Erwerbsbiografien - das alles hat ein komplexes Übergangssystem erfordert. Die Ost-Rentner sind dabei nicht schlecht gefahren. So unausweichlich die Renteneinheit ist: Die Angleichung ist nicht nur eine mathematische Herausforderung, sondern bietet auch sozialen Sprengstoff. Denn einer muss ja zahlen.

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