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Südwest Presse: Kommentar zu SYRIEN-RÜCKKEHRER

Ulm (ots) - Sie sind nicht auf Klassenfahrt - auch wenn nicht wenige deutsche Syrienkämpfer das Schulalter kaum überschritten haben. Immer mehr fanatisierte junge Menschen ziehen aus, um in Pakistan oder anderen Ländern das Töten zu lernen. Der bewaffnete Kampf gegen Andersdenkende und Andersgläubige ist das Ziel. Wenn diese islamistischen Freizeit-Dschihadisten nach Monaten oder Jahren überzeugt oder frustriert, in jedem Fall aber verhärtet und vermutlich weiter fanatisiert aus Kampfgebieten in Syrien oder dem Irak nach Deutschland zurückkehren, sind sie eine Gefahr - akut oder latent. Der Anschlag eines auf diese Weise Irregeleiteten auf das Jüdische Museum in Brüssel mit vier Toten war ein Weckruf für alle Staaten der EU. Vermutlich zu lange haben sie alle dem Treiben in der radikalen Salafistenszene abwartend zugesehen. Ein Teil der EU-Innenminister will nun handeln. Verschärfte Einreisekontrollen und ein engerer Austausch mit Transitstaaten wie der Türkei sind das mindeste, das die politisch Verantwortlichen durchsetzen müssen. Die verstärkte Zusammenarbeit von nur neun EU-Staaten kann jedoch nur ein Anfang sein. Der Fanatismus einiger weniger Islamisten, der durch die politischen Konfliktherde laufend neue Nahrung erhält, bedroht das Zusammenleben und die Werte der gesamten EU. Wer auszieht um zu Töten, muss wissen, dass dies kein Abenteuer- oder Selbsterfahrungstrip ist, sondern eine Entscheidung gegen die hiesige Gesellschaft und das friedliche Miteinander ganz unterschiedlicher Menschen. Deshalb soll er künftig mit harten Konsequenzen rechnen müssen - bis hin zu einem Einreiseverbot.

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