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Südwest Presse: Kommentar zur Krim-Krise

Ulm (ots) - Eine gute Figur macht US-Präsident Barack Obama im Tauziehen um die Krim und die Zukunft der Ukraine dieser Tage nicht. Zunächst lässt er alle Optionen offen, einschließlich möglicher militärischer Schritte seitens der USA. Das aber war von vornherein eine leere Drohung, die lediglich zu Lasten seiner Glaubwürdigkeit ging. Dann schickt Obama seinen Chefdiplomaten John Kerry nach Wien und Kiew, um mit den Säbeln zu rasseln und der ukrainischen Übergangsregierung Wirtschaftshilfe zuzusagen. Dabei ist jene Milliarde Dollar an Hilfsgeldern, die Washington versprochen hat, für die einzig verbleibende Supermacht kaum mehr als ein Almosen. Am wenigsten beeindruckt die Geste amerikanischer Solidarität Russlands Präsident Wladimir Putin, der weiß, dass er strategisch am längeren Hebel sitzt. Obama befindet sich in einer Position, in die US-Präsidenten selten geraten: Allein ist er so gut wie machtlos. Die militärischen Muskeln kann und will er nicht spielen lassen. Für alle anderen Schritte, die Putin beeindrucken könnten, ist er auf die Europäer angewiesen, die jedoch andere Interessen verfolgen als die USA. Will Obama Putin, den er offenbar unterschätzt hatte, zum Rückzug bewegen, dann muss er mit der EU an einem Strang ziehen - und ihre Interessen im Auge behalten. Nach Regeln zu spielen, die er nicht selbst aufgestellt hat, ist für einen amerikanischen Präsidenten aber mehr als gewöhnungsbedürftig.

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