Südwest Presse

Südwest Presse: Kommentar zur GROSSEN KOALITION

Ulm (ots) - Als Gabriel am Wochenende mit Tränen in den Augen das Ergebnis des Mitglieder-Entscheids verkündete, erlebte die SPD die Krönungsmesse eines Mannes, der sich anschickt, einer der großen Vorsitzenden der 150 Jahre alten Partei zu werden. Mit einer herausragenden taktischen Leistung hat der ehemals als unstet verrufene Gabriel die Genossen aus einer Niederlage heraus auf Augenhöhe mit der Union geführt. Die Wahl, als Minister sich der Herkulesaufgabe Energiewende zu widmen, macht überdeutlich, wo sich der starke Mann der SPD 2017 sieht: auf geradem Weg hinein ins Kanzleramt. Allein das Abarbeiten der SPD-Positionen im Koalitionsvertrag wird aber weder Sigmar Gabriel noch die SPD wieder in mehrheitsfähige Höhen tragen. Die Erfahrungen der großen Koalition zwischen 2005 und 2009 sprechen eine klare Sprache: Steinbrück und Steinmeier waren verlässliche Partner der Kanzlerin - doch die nahezu lautlose Zusammenarbeit mit Angela Merkel brachte zwar viel Respekt, aber keine Wählerstimmen. Gabriel braucht großes Theater, die politische Auseinandersetzung, um seine Positionen deutlich zu machen. Abteilung Attacke gegen den Koalitionspartner lautet die Devise - erst die Partei, dann das Land. Befeuert von einer Basis, die nach der erfolgreichen Mitgliederbefragung ein ganz neues Selbstbewusstsein besitzt. Denkbar schlechte Voraussetzungen für stille Verhandlungen im Hintergrund.

Pressekontakt:

Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218

Original-Content von: Südwest Presse, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Südwest Presse

Das könnte Sie auch interessieren: