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Südwest Presse: Kommentar zu Sachsen-Anhalt

Ulm (ots) - Das Superwahljahr 2011 hat in Hamburg mit einer erweiterten Kommunalwahl begonnen, die kaum Aufschlüsse über die bundesweite Stimmungslage erlaubte. Auch die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bietet keine für den Rest der Republik repräsentative Momentaufnahme: Die zwei Millionen Wahlbürger dort hatten sich schon im Wahlkampf so gut wie gar nicht für Themen interessiert, die jenseits von Magdeburg oder Halle für Emotionen sorgen. Insofern fand gestern kein Testlauf für die schwarz-gelbe Koalition in Berlin statt, sondern ein von regionalen Gegebenheiten geprägter Urnengang. Die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt ist ganz offenkundig zufrieden mit den seit fünf Jahren herrschenden Verhältnissen und wünscht keinen Farbenwechsel in der Landesregierung. Es dürfte daher bei der großen Koalition unter CDU-Führung bleiben. Allerdings wird die SPD, die nicht als Juniorpartner der Linkspartei fungieren will, in sich gehen müssen. Sie hat weder von ihrer konstruktiven Rolle an der Seite der Union profitiert, noch - anders als die Grünen, die die FDP verdrängen - von der aktuellen Atomdebatte. Freilich kann SPD-Spitzenkandidat Jens Bullerjahn jetzt nicht mit fliegenden Fahnen ins rot-rote Lager überlaufen. Das würde einen Ypsilanti-Effekt auslösen, über Sachsen-Anhalt hinaus. Den aber darf sich die SPD vor den nächsten Landtagswahlen in einer Woche nicht leisten.

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