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Südwest Presse: KOMMENTAR · BILDUNGSKARTE

Ulm (ots) - Zielgerichtet fördern

Unkompliziert und unbürokratisch soll die Bildungskarte werden, mit der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen die Vorgabe des Verfassungsgerichts umsetzen will, Hartz-IV-Kinder zusätzlich zu fördern. Das ist ein löblicher Vorsatz. Aber ob ein Kartensystem, von dem bundesweit mindestens eineinhalb Millionen Kinder profitieren sollen, so einfach funktioniert, muss erst noch bewiesen werden. Es gibt genügend Beispiele moderner Technik in solchen Dimensionen, die sich in der Praxis als weitaus schwieriger erwiesen haben als auf dem Papier. Zumindest das Grundkonzept ist richtig. Eine gute Bildung ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Kinder später nicht mehr auf Hartz IV angewiesen sind. Also muss der Bund, der viel Geld in die Hand nimmt, dafür sorgen, dass es zielgerichtet und sparsam ausgegeben wird. Einfach nur den Hartz-IV-Satz für Kinder um ein paar Euro zu erhöhen, würde alle über einen Kamm scheren. Nachhilfe brauchen hoffentlich nicht alle - und wenn, dann in unterschiedlichem Umfang. Es muss also gezielt gefördert werden. Viele der betroffenen Eltern würde es überfordern, wenn sie nur Geld bekommen und sich selbst auf die Suche nach den richtigen Fördermöglichkeiten machen müssten. Den Schulen und Jobcentern die Organisation zu übertragen, ist der logische Weg. Allerdings wird das nicht ohne bürokratischen Aufwand gehen, schon weil sonst eine neue Klageflut droht.

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