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Südwest Presse: Kommentar "Golls Waffen"

Ulm (ots) - Erst kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu - wäre Ulrich Goll Fußballer, könnte er sich mit dieser gängigen Erklärung nach unzureichenden Leistungen herauszureden versuchen. Doch er ist Justizminister. Und der Hintergrund der leidigen Angelegenheit, die ihn jetzt als Pistolero in der Landesregierung auszuweisen scheint, ist ernst. Von Spiel keine Spur. Vielmehr geht es auch ein Jahr nach dem Amoklauf in Winnenden darum, möglichst viele Bürger davon zu überzeugen, Waffen abzugeben. Und dann gerät vergangene Woche ausgerechnet der angekündigte erneute Vorstoß Baden-Württembergs in dieser Sache zum Bekenntnis waffenverliebter Minister, vornedran der Justizminister. Dass er seinen Waffenbesitz auf öffentliche Nachfragen wahrheitsgemäß bejahte, ist ihm nicht vorzuhalten. Befremdlich aber war, als Begründung erst vom wenig vorbildhaften sportlich-technischen Interesse an Waffen zu hören, dann aber plötzlich von den Selbstschutzbedürfnissen des Ministers. Als Goll dann auch noch seinen Verzicht auf den ihm zustehenden polizeilichen Personenschutz unverhohlen mit Zweifeln an dessen Wirksamkeit verband, hatte er sich endgültig vergaloppiert.Eine solche Vorlage verschenkt auch die Polizeigewerkschaft nicht. Und der Innenminister steht hinter ihr, gewissermaßen Gewehr bei Fuß. Man möchte allen Herren raten, abzurüsten.

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