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Südwest Presse: SÜDWEST PRESSE ULM, Kommentar zur Kanzlerkritik

    Ulm (ots) - Man mag es kaum glauben. Nur vier Monate vor der Wahl im volkreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) proben führende CDU-Politiker den Aufstand gegen die Kanzlerin. Sie beklagen Profillosigkeit und präsidialen Führungsstil. Zwar halten Getreue wie Ministerin Annette Schavan nicht ganz zu Unrecht dagegen, es zähle nur der Erfolg. Und in der Tat können andere Politiker nur träumen von den Beliebtheitswerten der Kanzlerin. Ob Klima oder Familie, ob Menschenrechte oder Härte in Europafragen: Angela Merkel hat sich in der Welt Respekt verschafft und zu Hause Sympathie. Die eigene Partei aber hat davon nicht gleichermaßen profitiert. Zuletzt 33,8 Prozent waren das schlechteste Ergebnis der Union bei einer Bundeswahl. Mit dem Versuch, es allen recht machen zu wollen, hat Merkel schon vor der Wahl den Eiertanz geprobt. Dass nach der Wahl vielmehr als Rührei nicht zustande kommt, ist da kein Wunder. Mit Fehlstart jedenfalls ist der Beginn der schwarz-gelben Ära milde umschrieben. Was das Volk wahrnimmt, ist ein Brei willkürlich gemixter Zutaten bishin zur Klientelpolitik für Gaststätten. Was Ziel, Profil oder Prioritäten sein sollen, dazu schweigt die Kanzlerin. Basta, wie einst Schröder, muss Merkel ihren Kritikern gar nicht sagen. Ein paar Antworten auf die existenziellen Fragen des Landes aber sollte sie liefern. Sonst wird die NRW-Wahl am 9. Mai auch eine Abstimmung über die Kanzlerin.

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