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Südwest Presse: Kommentar zur BayernLB

    Ulm (ots) - Natürlich ist das ein Debakel für Bayerns Landesbank ebenso wie für die bayerische Staatsregierung. Deren einst so stolze Hausbank muss ihre österreichische Tochter nicht nur verschenken, sondern ihr auch noch eine teure Mitgift mitgeben, dass sie überhaupt genommen wird. Einen Zusammenbruch der Hypo Group Alpe Adria konnte sich weder München noch Wien leisten. Bayern hat die Bank vom Hals und viel Geld versenkt, Österreich sitzt jetzt allein auf den künftigen Risiken. So sieht das Ende mit Schrecken aus. Die politischen Druckwellen aber werden mit dem zwangsläufigen Rücktritt von BayernLB-Chef Michael Kemmer nicht beendet und ausgestanden sein. Zu warnen ist allerdings davor, das Bank-Desaster zur wohlfeilen Profilierung zu missbrauchen. Schließlich sind alle politischen Gruppierungen den Verlockungen erlegen, welche die Expansion ihrer Landesbank nach Osteuropa verhieß. Dorthin also, wo alle Experten noch vor zwei Jahren einen florierenden Markt heranwachsen sahen. Die Finanzkrise hat ihn zunichte gemacht. Zu warnen ist auch davor, das unrühmliche Beispiel der bayerischen und manch anderer Landesbank jetzt als letzten Beweis dafür zu überstrapazieren, dass staatlich gelenkte Banken ihr Handwerk nicht verstehen. Wer aber besonders schrill nach umfassender politischer Kontrolle der Branche verlangt, darf ruhig etwas demütiger sein.

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