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Südwest Presse: Kommentar zum VfB Stuttgart

    Ulm (ots) - Erst vor einer Woche hatte es für Markus Babbel offiziell die Jobgarantie bis zur Winterpause gegeben. Seit gestern Abend hat der VfB Stuttgart einen neuen Trainer: Der Schweizer Christian Gross, 55, soll beim Drittletzten der Fußball-Bundesliga retten, was zu retten ist. Zu Recht haben die Klubverantwortlichen länger als im Geschäft üblich am jungen, verdienstvollen Teamchef Babbel festgehalten. Das ehrt sie zunächst einmal grundsätzlich. Und trotzdem sind sie es, die am Ende das totale Chaos mit heraufbeschworen haben - durch Uneinigkeit in der Führungsriege und das Verkennen der brisanten Lage. Auch die Fans, selbst die Primitivsten, hatten länger als gewohnt mit ihren in einer solchen Situation berüchtigten Reaktionen gewartet. Was sich da Woche um Woche angestaut hat, entlud sich nun sogar in Gewalt. Dass die ursprünglich rein sportliche Krise diese neue, beschämende Dimension bekam, hätte verhindert werden können. Am Teamchef bis zum bitteren Ende festzuhalten, schadet deshalb inzwischen nicht nur dem Ruf des Vereins, sondern kratzt auch am Ansehen Babbels. Wenn ihm aus verständlicher Unerfahrenheit nicht klar war, dass er mit der total enttäuschenden Mannschaft in eine Sackgasse geraten ist, andere hätten es erkennen und rechtzeitig reagieren müssen. Spät kommt nun der überfällige Neustart. Nicht ohne Risiko: Gross hat zwar viel Erfahrung, aber nie in Deutschland gearbeitet.

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