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Südwest Presse: Kommentar zum Wettskandal

    Ulm (ots) - Auf die permanent neuen Enthüllungen im Fußball-Wettskandal passt nur eine Reaktion - Abscheu und Empörung. Der erste Mann unter knapp 6,7 Millionen Mitgliedern im größten Sportverband der Welt nimmt sich da nicht aus. Nur: Viel mehr als scharfes Unverständnis hat Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, bisher nicht in die Aufklärung dieser Affäre mit unvergleichlicher Dimension zu investieren vermocht. Seine Forderung nach rascher und lückenloser Aufarbeitung lenkt ab von den Versäumnissen im eigenen Haus seit den Manipulationen um den korrupten Schiedsrichter Robert Hoyzer vor knapp fünf Jahren. Wenn jetzt 32 Spiele in Deutschland auf Betrugsverdacht untersucht werden, dann muss das seinerzeit ausgetüftelte Frühwarnsystem des Wettmarktes schlicht und ergreifend versagt haben. Zwanzigers Hinweis, bei 1,4 Millionen Fußballspielen jährlich in Deutschland könne er die ganze Aufregung nicht verstehen, ist als peinliches Eigentor festzuhalten. Vielmehr sollte er sich Gedanken darüber machen, warum die ermittelnde Staatsanwaltschaft zwar mit dem Europäischen Verband (Uefa) in dieser Angelegenheit den Doppelpass sucht, nicht aber mit dem DFB. Dabei ist doch erwiesen, dass die kriminellen Machenschaften von Deutschland aus eingefädelt und betrieben worden sind. Es scheint, als ob Theo Zwanziger das Ausmaß der sportlichen Katastrophe nicht erkannt hat.

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